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Wärmepumpe ohne Außengerät: Dieses System soll in nur einer Stunde installiert sein

Autorenbild Kilian Treß
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Eine Wärmepumpe, die ohne Außengerät auskommt und in nur einer Stunde installiert sein soll: Das US-Start-up Merino Energy will mit seiner „Mono“ die Nachrüstung deutlich vereinfachen. Doch das kompakte Konzept hat Grenzen – insbesondere mit Blick auf einen möglichen Einsatz in Deutschland.

  • Installation in rund einer Stunde: Die Mono benötigt keine separate Außeneinheit. Zwei Wandöffnungen und ein gewöhnlicher Stromanschluss sollen laut Hersteller ausreichen.
  • Günstig, aber nur für kleinere Bereiche: Rund 3.800 US-Dollar inklusive Installation werden genannt. Ein Gerät ist allerdings hauptsächlich für Räume bis etwa 35 Quadratmeter ausgelegt.
  • Deutschland bleibt eine Herausforderung: Das System wurde für mildere Klimazonen konzipiert. Ob Leistung und Effizienz auch bei kalten deutschen Wintern überzeugen, ist bislang offen.

 

Wärmepumpe ohne Außengerät: Dieses System soll in nur einer Stunde installiert sein

Wärmepumpen gelten als wichtiger Baustein für den Umstieg auf klimafreundlichere Heizsysteme. Gerade bei der Nachrüstung können Installation und Umbau allerdings aufwendig werden. Ein US-Start-up will genau dieses Problem mit einer ungewöhnlich kompakten Wärmepumpe lösen: Die „Mono“ von Merino Energy benötigt kein separates Außengerät und soll sich laut Hersteller in rund einer Stunde installieren lassen.

Das Konzept erinnert äußerlich eher an eine fest installierte Klimaanlage als an eine klassische Zentralheizung. Die komplette Wärmepumpentechnik steckt in einem kompakten Gerät an der Innenseite einer Außenwand. Dadurch sollen aufwendige Leitungswege und umfangreiche Arbeiten am Gebäude entfallen.

Wärmepumpe kommt ohne Außengerät aus

Klassische Luft-Wärmepumpen bestehen häufig aus mindestens einer Außen- und einer Inneneinheit. Zwischen beiden müssen Leitungen verlegt werden. Hinzu kommen je nach Heizsystem weitere Installationsarbeiten.

Merino Energy verfolgt einen anderen Ansatz. Bei der Mono befinden sich die wesentlichen Komponenten in einem einzigen Wandgerät. Über zwei Öffnungen durch die Außenwand kann die Wärmepumpe Außenluft ansaugen beziehungsweise wieder abführen. Eine separate Außeneinheit ist dadurch nicht erforderlich.

Auch beim Stromanschluss soll die Installation unkompliziert bleiben. Das Gerät lässt sich nach Angaben des Herstellers an einer gewöhnlichen Steckdose betreiben.

Das Ergebnis: Merino Energy verspricht eine Installation innerhalb von ungefähr einer Stunde. Gerade für die Nachrüstung könnte das interessant sein, weil ein wesentlicher Kostenfaktor bei Wärmepumpen nicht nur das Gerät selbst, sondern auch Planung und Montage sind.

Rund 3.800 Dollar inklusive Installation

Auch beim Preis setzt das Unternehmen vergleichsweise niedrig an. Rund 3.800 US-Dollar soll das System inklusive Montage durch einen Partnerbetrieb kosten. Umgerechnet entspricht das nach den Angaben der Quelle etwa 3.250 Euro.

Ein direkter Vergleich mit den Kosten einer zentralen Wärmepumpe ist allerdings nur eingeschränkt sinnvoll. Denn die Mono soll nicht die gleiche Aufgabe übernehmen wie eine leistungsstarke Luft-Wasser-Wärmepumpe, die ein komplettes Einfamilienhaus beheizt und zusätzlich Warmwasser erzeugt.

Die kompakte Lösung ist vielmehr für einzelne Räume beziehungsweise kleinere Wohnbereiche gedacht.

Für Räume bis etwa 35 Quadratmeter

Genau hier liegt die wichtigste Einschränkung des Konzepts. Ein einzelnes Gerät soll vor allem Räume mit einer Fläche von bis zu rund 35 Quadratmetern versorgen. Wer eine größere Wohnung oder ein komplettes Haus damit beheizen möchte, würde entsprechend mehrere Geräte benötigen.

Damit handelt es sich um ein dezentrales Heizkonzept. Statt Wärme zentral zu erzeugen und über Heizkörper oder eine Fußbodenheizung im Gebäude zu verteilen, erhält beispielsweise jeder größere Wohnbereich seine eigene Wärmepumpe.

Das kann die Nachrüstung vereinfachen, verändert aber auch die Kostenrechnung: Je mehr Räume ausgestattet werden müssen, desto mehr Geräte werden benötigt.

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Für Deutschland gibt es einen weiteren Haken

Entwickelt wurde die Wärmepumpe mit Blick auf vergleichsweise milde Klimazonen. Gerade das könnte einen Einsatz in Deutschland erschweren.

Bei niedrigen Außentemperaturen müssen Luft-Wärmepumpen deutlich größere Temperaturunterschiede überwinden. Die Anforderungen an Heizleistung und Effizienz steigen. Ein kompaktes Gerät, das in einem milden Klima ausreichend Leistung liefert, muss deshalb nicht automatisch für einen deutschen Winter geeignet sein.

Auch die Quelle weist darauf hin, dass die Mono in sehr kalten Wintern beziehungsweise bei extrem hohen Außentemperaturen weniger effizient arbeiten und dadurch höhere Betriebskosten verursachen kann.

Die Idee einer Wärmepumpe ohne Außengerät ist nicht völlig neu

Das Grundprinzip ist auch in Deutschland nicht unbekannt. Es existieren bereits Geräte, die ohne klassische Außeneinheit auskommen und Außenluft über Wanddurchführungen ansaugen und abführen.

Die Besonderheit der Mono liegt daher weniger darin, die Wärmepumpe ohne Außengerät grundsätzlich neu zu erfinden. Interessant ist vielmehr die konsequente Ausrichtung auf eine möglichst einfache und schnelle Nachrüstung.

Während klassische Split-Systeme eine fachgerechte Montage von Innen- und Außeneinheit sowie die entsprechenden Leitungsverbindungen benötigen, soll bei der Mono der Installationsaufwand möglichst nahe an den eines gewöhnlichen Haushaltsgeräts heranrücken.

Dezentrale Wärmepumpen könnten für die Nachrüstung interessant werden

Ob sich das Konzept auch in Deutschland durchsetzen könnte, ist offen. Zentral installierte Luft-Wasser-Wärmepumpen haben einen entscheidenden Vorteil: Eine Anlage kann ein komplettes Gebäude mit Heizwärme und häufig auch mit Warmwasser versorgen.

Eine kleine Wandwärmepumpe spielt ihre Vorteile dagegen dort aus, wo eine zentrale Umrüstung schwierig oder teuer wäre. Statt das gesamte Heizsystem eines Gebäudes umzubauen, könnten einzelne Räume oder Wohnungen schrittweise mit dezentralen Geräten ausgestattet werden.

Gerade für Bestandsgebäude ist die Idee deshalb interessant. Gleichzeitig müssen Leistung, Effizienz und Kosten immer für das konkrete Gebäude betrachtet werden. Was bei einem kleinen Wohnbereich in Kalifornien funktioniert, ist nicht automatisch eine Alternative zur Zentralheizung eines deutschen Einfamilienhauses.

Die Mono zeigt dennoch einen möglichen Entwicklungspfad für Wärmepumpen: Neben immer effizienteren Zentralanlagen könnten künftig besonders einfach nachrüstbare, dezentrale Systeme an Bedeutung gewinnen. Ob eine Installation in nur einer Stunde auch unter europäischen Bedingungen realistisch ist, müsste sich allerdings erst in der Praxis zeigen.

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