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Zweitwohnsitz anmelden: Was ist ein Nebenwohnsitz?

Autorenbild Kilian Treß
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Wer neben seinem Hauptwohnsitz noch eine zweite Wohnung bezieht, muss diesen Zweitwohnsitz anmelden. Doch welche Kosten fallen bei der Anmeldung eines zweiten Wohnsitzes an und ab wann musst du diesen anmelden? Wir erklären dir alles rund um den Erstwohnsitz sowie Nebenwohnsitz und wann Bußgelder fällig werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Zweitwohnsitz ist jede Wohnung, die nicht dein Lebensmittelpunkt ist – z. B. bei Berufspendlern.

  • Er muss innerhalb von 2 Wochen angemeldet werden, wenn du dort länger als 6 Monate wohnst.

  • Viele Kommunen erheben eine Zweitwohnungssteuer, abhängig von Ort und Mietkosten.

  • Studierende ohne eigenes Einkommen sind oft von dieser Steuer befreit.

Wann ist ein Zweitwohnsitz ein Zweitwohnsitz?

Als Nebenwohnsitz oder Zweitwohnsitz gilt eine Wohnung, die nicht der Hauptwohnsitz ist. Du kannst auch mehrere Zweitwohnungen haben.

Für die Definition einer Zweitwohnung ist meist auch die Definition von Wohnraum relevant. Diese Definition ist nicht einheitlich geregelt. Manche Kommunen verstehen unter Wohnraum jeden umschlossenen Raum, der zum Schlafen genutzt werden kann. Sogar Garten- und Blockhütten oder Dauer-Campingplätze gelten in manchen Gemeinden als Zweitwohnsitz.

In anderen Städten gilt die Nebenwohnung erst als solche, wenn sie über eine Kochnische und Bad verfügt. Was in der jeweiligen Stadt der Fall ist, steht in den entsprechenden Satzungen. Im Zweifel kannst du bei der jeweiligen Behörde nachfragen.

Was ist der Unterschied zwischen Hauptwohnsitz, Erstwohnsitz und Zweitwohnsitz?

  1. Der Hauptwohnsitz ist im Grunde das gleiche wie der Erstwohnsitz. Der Hauptwohnsitz ist immer der Ort, an dem sich dein Lebensmittelpunkt abspielt.
  2. Der Zweitwohnsitz wird auch häufig Nebenwohnung genannt. Das ist der Ort, an dem du dich zwar aufhältst, der aber nicht dein Lebensmittelpunkt ist. Wenn du während der Woche zur Arbeit pendelst und dort eine Wohnung hast, ist das ein Zweitwohnsitz.

Wichtig: Wo liegt der Lebensmittelpunkt?

Es ist durchaus möglich, mehr Zeit in seinem Zweitwohnsitz als im Hauptwohnsitz zu verbringen. Beispielsweise wenn du an deinem Arbeitsort einen Zweitwohnsitz hast. Entscheidend ist wo dein Lebensmittelpunkt liegt – der sich im Laufe der Zeit natürlich auch verändern kann. Sollte dies eintreten, musst du deinen Erstwohnsitz als Zweitwohnsitz anmelden. 

Ab wann muss ich die Zweitwohnung anmelden?

Du musst deine Wohnung als Zweitwohnsitz anmelden, wenn du dort länger als 6 Monate wohnen willst. Laut Bundesmeldegesetz musst du dich binnen 2 Wochen nach Bezug der Wohnung beim Einwohnermeldeamt der jeweiligen Gemeinde angemeldet haben. Oft kannst du dafür online einen Termin vereinbaren und lange Wartezeiten vermeiden. Wer sich nicht oder zu spät anmeldet, riskiert ein Bußgeld bis zu 1000 Euro.

Wo melde ich den Zweitwohnsitz an?

Wer eine Zweitwohnung anmelden will, muss sich an das Einwohnermeldeamt des Wohnorts wenden. Zeit kannst du sparen, wenn du das Anmeldeformular im Vorfeld herunterlädst und schon ausgefüllt zur Meldebehörde mitbringst. Ansonsten gibt es die Formulare vor Ort.

Was braucht man zur Anmeldung des Zweitwohnsitzes?

  • Ausgefülltes Formular zur Anmeldung
  • Gültiges Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass)
  • Geburtsurkunde (beziehungsweise die der Kinder), Heiratsurkunde oder Scheidungsurteil
  • Wohnungsgeberbestätigung, wenn die Zweitwohnung gemietet ist

Zweitwohnsitz - ist das eine steuerliche doppelte Haushaltsführung?

Viele Städte verlangen eine Zweitwohnungssteuer. Ob und in welcher Höhe diese Steuer erhoben wird, entscheidet jede Kommune individuell.

Die Berechnung erfolgt meist auf Basis der jährlichen Nettokaltmiete oder Wohnfläche. Da es keine bundesweit einheitliche Regelung gibt, unterscheiden sich die Kosten je nach Wohnort deutlich. Es lohnt sich daher, vorab bei der zuständigen Behörde nachzufragen. Studierende und Auszubildende, die noch finanziell von den Eltern abhängig sind, sind häufig von der Zweitwohnsitzsteuer befreit.

Du kannst die doppelte Haushaltsführung von der Steuer absetzen. In der Anlage N Doppelte Haushaltsführung und umfasst zum Beispiel Aufwendungen für notwendige Einrichtungsgegenstände und Hausrat. Auch die Kosten für die Unterkunft kannst du bis zu 1.000 Euro im Monat steuerlich geltend machen. 

Was sind die Vorteile und Nachteile eines Zweitwohnsitzes?

Vorteile eines Zweitwohnsitzes

  • Weniger Pendelstress: Du sparst Zeit und Energie, da du nicht ständig zwischen Wohnorten pendeln musst.
  • Mehr Flexibilität: Du kannst offiziell an zwei Adressen gemeldet sein – praktisch bei Jobwechseln oder temporären Projekten.
  • Steuervorteile: Bei beruflich genutzten Zweitwohnungen kannst du Kosten als doppelte Haushaltsführung steuerlich absetzen.
  • Günstigere Kfz-Versicherung möglich: Je nach Wohnort kann es sich lohnen, das Fahrzeug am Zweitwohnsitz anzumelden, um von niedrigeren Beiträgen zu profitieren

 Nachteile eines Zweitwohnsitzes

  • Zweitwohnungssteuer: Viele Städte erheben eine zusätzliche Steuer, deren Höhe stark variiert.
  • Doppelte Kosten: Du zahlst Miete, Nebenkosten und Anschlüsse wie Internet an zwei Orten – das kann finanziell belasten.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Zweitwohnsitz anmelden

Ist für jeden ein Zweitwohnsitz in Deutschland erlaubt? Wo muss ich das anmelden?

Jeder Bürger in Deutschland hat das Recht auf einen zweiten Wohnsitz beziehungsweise beliebig viele Wohnsitze. Sofern du dir einen zweiten Wohnsitz zulegst, musst du diesen bei dem zuständigen Einwohnermeldeamt der entsprechenden Gemeinde anmelden.

Wenn man für wenige Monate einen Mietvertrag in einer anderen Stadt hat, muss man den als Zweitwohnsitz anmelden?

Wenn der Mietvertrag mehr als 6 Monate beträgt, muss diese Wohnung als Zweitwohnsitz angemeldet werden. Sobald ein Aufenthalt von mehr als 6 Monaten im Jahr in einer anderen Wohnung als dem Hauptwohnsitz geplant ist, gilt dieser gesetzlich als Nebenwohnsitz.

Ist die Anmeldung meiner Ferienwohnung als Nebenwohnsitz notwendig?

Auch Immobilien, wie eine Ferienwohnung oder eine Datsche müssen als Zweitwohnsitz angemeldet werden. Das gilt, wenn du dort zur privaten Nutzung ständig oder zumindest 6 oder mehr Monate im Jahr wohnst.

Was passiert, wenn ich einen Erstwohnsitz im Ausland und einen Zweitwohnsitz in Deutschland habe?

Ein Wohnsitz im Ausland zusätzlich zum Hauptwohnsitz in Deutschland zählt rechtlich nicht als Zweitwohnsitz. Nur wenn beide Wohnungen in Deutschland sind, handelt es sich um einen Zweitwohnsitz. EU-Bürger müssen sich erst bei einem Aufenthalt länger als 3 Monate in einem anderen EU-Land anmelden. Gleichzeitig müssen sie sich auch in Deutschland abmelden.

Als Student den Wohnsitz anmelden - Erstwohnsitz oder Zweitwohnsitz?

Hierbei kommt es ganz auf den Einzelfall an. Befindet sich dein Lebensmittelpunkt trotz Studium bei deinen Eltern, handelt es sich um einen Zweitwohnsitz. Wenn du offiziell aus deinem Elternhaus ausziehst und nur manchmal zurückkommst, ist die neue Wohnung der Erstwohnsitz.

Was kostet die Anmeldung des Zweitwohnsitzes?

Je nach Gemeinde kann bei der Anmeldung zum Zweitwohnsitz eine kleine Gebühr fällig werden. Mehr als 10 Euro sind aber selten.

Muss ich für einen Zweitwohnsitz Steuern zahlen?

Nach der Anmeldung einer zusätzlichen Wohnung bei der Meldebehörde kommen oft noch Kosten in Form der Zweitwohnsitzsteuer auf den Nutzer zu. Wie hoch die Steuer ist, ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Während Düsseldorf auf die Steuer verzichtet, erhebt Hamburg 8 Prozent und Berlin sogar 15 Prozent der jährlichen Nettokaltmiete.

Die Zweitwohnsitzsteuer muss jeder bezahlen, der in einem Ort eine Wohnung hat, in dem die Zweitwohnsitzsteuer verlangt wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Wohnung oder ein Haus handelt. Die Steuer fällt auch an, wenn sich Haupt- und Zweitwohnsitz in der gleichen Stadt befinden.

Muss ich für die Zweitwohnung Rundfunkgebühren bezahlen?

Nein, für einen Zweitwohnsitz müssen keine doppelten GEZ-Gebühren gezahlt werden. Dies ist einheitlich geregelt. Zahlst du für deine Hauptwohnung bereits Rundfunkgebühr? Dann erfüllst du die Voraussetzung dich von der GEZ-Gebühr für deinen Zweitwohnsitz befreien lassen.

Das kannst du über ein Online-Formular machen. Du brauchst lediglich einen Nachweis der Zahlung sowie die Meldebescheinigungen beider Wohnungen.

Muss ich für die Arbeit einen Zweitwohnsitz anmelden?

Hast du eine Zweitwohnung aus beruflichen Gründen muss auch dieser angemeldet werden. Viele Pendler arbeiten unter der Woche an einem Ort und haben ihren Lebensmittelpunkt an einem anderen Ort. Dennoch ist die Dienstwohnung auch für Pendler anzumelden.

Muss ich einen Zweitwohnsitz im Ausland anmelden?

Ein weiterer Wohnsitz im Ausland zusätzlich zum Hauptwohnsitz in Deutschland zählt rechtlich nicht als Zweitwohnsitz. Nur wenn sich beide Wohnungen in Deutschland befinden, handelt es sich um einen Zweitwohnsitz. EU-Bürger müssen sich anmelden, wenn die Dauer der auswärtigen Beschäftigung in einem anderen EU-Land 3 Monate übersteigt.

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1 Kommentar

Bodo Neiss am 10.05.2025 12:48

Wir haben unsere Eigentumswohnung in einem 6 Famielienhaus auf Rentenbasis verkauft und haben einen lebenslanges Wohnrecht. Der Eigentümer mußte Insolvenz anmelden und ist weder zahlungs

fähig, noch in der Lage die vertraglich... mehr

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